24.05.2019

Von: Albrecht Loth

Waldwanderung Winterstein

Da vonseiten der Wintersteiner Bevölkerung in der letzten Zeit häufig Beschwerden über in der näheren Umgebung (Breiteberg etc.) vorgenommenen Waldarbeiten und die dadurch verursachten Beeinträchtigungen des Waldes laut geworden waren, hatten sich die Waltershäuser Grünen und Kandidaten/innen der Waltershäuser Stadtratsliste entschlossen, am 11. Mai eine Waldbegehung vorzunehmen, um mit interessierten Wintersteiner Bürgern dazu ins Gespräch zu kommen. Dankenswerterweise hatte sich mit Joachim von Menges der Waldeigentümer und zwei seiner Mitarbeiter bereiterklärt, daran teilzunehmen, sodass sich trotz schlechten Wetters eine Reihe von Interessierten eingefunden hatten. Im Rahmen des Rundgangs konnten dann auch zahlreiche der im Raum stehenden Probleme im beiderseitigen Gespräch geklärt und Verständnis für die Positionen beider Seiten gewonnen werden. So erläuterte Herr von Menges, dass für ihn der Umbau der ihm gehörigen Flächen hin zu einem gesunden, den Herausforderungen des Klimawandels trotzenden Wald mit einer möglichst großen Artenvielfalt Priorität besitzt. Um dieses Ziel zu erreichen und von den teilweise vorhandenen Fichtenmonokulturen fortzukommen, strebt er perspektivisch an, alle Flächen im Schnitt mit fünf verschiedenen Baumarten aufzuforsten. Problematisch bei Holzentnahme und Durchforstung ist dabei, dass kaum noch Betriebe mit Holzrückepferden zur Verfügung stehen, sodass auf die klassische Forsttechnik zurückgegriffen werden muss, die häufig mit entsprechenden Eingriffen wie den markanten Rückegassen verbunden ist. Zur Sprache kamen dabei unweigerlich auch der viel zu hohe Bestand an Rotwild, die katastrophalen Auswirkungen des Dürresommers 2018 und die infolge der zahlreichen Sturmkatastrophen erforderliche Aufarbeitung enormer Mengen von Schadholz, die seit dem vergangenen Jahr zu einer entsprechend intensiven Bewirtschaftung des Waldes führen. Auch die touristische Nutzung des Waldes in Form von ausgebauten Wanderwegen kam zur Sprache, für die sich Herr von Menges offen zeigte, wenn sie, aufgrund der ihm obliegenden Verkehrssicherheitspflicht, nicht überhand nimmt. Dabei kam auch zur Sprache, dass mit Blick auf eine Reihe der angesprochenen Probleme eine bessere Kommunikation zwischen der Stadt Waltershausen wünschenswert ist, mit der es seit Langem keinerlei Kontakt mehr gibt. Am Schluss des sehr positiven Treffens waren sich alle Teilnehmer einig, dass es wichtig ist, im Gespräch zu bleiben, um etwaige Probleme möglichst früh ausräumen zu können. Wie wertvoll und schützenswert die Natur um Winterstein und im Emsetal ist, wurde einmal mehr deutlich, als von uns auf dem Rückweg in Winterstein auf der Straße ein Feuersalamander von der Straße geborgen und auf sicheres Gelände gesetzt werden konnte.

URL:http://gruene-gotha.de/aktuelles/aktuelles-single/article/waldwanderung_winterstein/