18.01.2019

Von: Albrecht Loth

Ehrung für Ernst Standhardt aus Haina ist wünschenswert

Straßenumbenennungen im Zuge der Gründung der Landgemeinde Nessetal – TA und TLZ vom 15. Januar 2019 Ernst Standhardt (25. August 1888- 25. August 1967) Bergführer, Landschaftsfotograf und Namensgeber eines Berges in den patagonischen Anden „Die zum 1. Januar 2019 erfolgte Gründung der Landgemeinde Nessetal und die dadurch in den Orten der Gemeinde notwendig werdenden Straßenumbenennungen – eine davon in Haina – nimmt der Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen Gotha zum Anlass, anzuregen, in Haina nun diese Gelegenheit zu nutzen, um den berühmtesten Sohn der Gemeinde, Ernst Standhardt, als Namensgeber für diese Straße auszuwählen. Damit könnte Standhardt, dessen Wirken bisher, zu Unrecht, nur einem vergleichsweise kleinen Personenkreis bekannt ist, endlich im Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit verankert werden und die ihm gebührende Würdigung erfahren“, erklärt Albrecht Loth, Sprecher des Kreisverbands. Loth ergänzt: „Standhardt erblickte am 25. August 1888 in Haina als Sohn des Burgmühlen-Müllers Johann Theodor Wilhelm Standhardt das Licht der Welt. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1901 verkaufte die Familie 1902 die Mühle und zog nach Gotha. 1908 wurde Standhardt, der von Beruf Sattler gelernt hatte, zum Militärdienst bei der kaiserlichen Marine eingezogen, der ihn nach Tsingtau im chinesischen Kiautschou – 1898 bis 1914 deutsche Kolonie – verschlug. Noch vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs wanderte er dann nach Argentinien aus. Dort erwarb er sich als Bergführer in den patagonischen Anden und einer der ersten Landschaftsfotografen in der Region große Verdienste. Am 25. August 1967 starb „Don Ernesto“ auf der Estancia Fitz Roy, wo sich auch sein Grab befindet. Die Wertschätzung Standhardts in Bergsteigerkreisen und in Argentinien zeigt der Umstand, dass der 2739 m hohe, 1988 erstmals bestiegene Cerro Standhardt ihm zu Ehren seit 1969 seinen Namen trägt. Darüber hinaus würdigt ein 2011 in Argentinien unter dem Titel „Standhardt - Fotógrafo itinerante“ erschienenes Buch sein fotografisches Werk. Aus heutiger Sicht fasziniert die Person Standhardts auch dadurch, dass dieser in einer Zeit geringer Mobilität, als Fotografieren noch fast ein Luxus war und die Entwicklung moderner Medien noch ganz am Anfang stand, mit seinen Fotografien eine breite Öffentlichkeit mit der Schönheit der Anden vertraut gemacht und für ihre Bedeutung sensibilisiert hat. Angesichts des fortschreitenden Klimawandels mit seinen dramatischen Auswirkungen auf die Gletscherwelt der Hochgebirge weltweit und den daraus resultierenden fatalen Folgen für die dort lebenden Menschen, ist sein Wirken aktueller denn je. Anlässlich seines 125. Geburtstags wurde im Jahr 2012 auf Initiative der Gothaer Grünen unweit der Hainer Burgmühle bereits eine Gedenktafel für Standhardt angebracht.“

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