03.06.2016

Drei weitere Gothaer Persönlichkeiten wieder in Liste aufgenommen

Auf der Gothaer Stadtratssitzung vom Mittwoch wurde auch eine überarbeitete „Richtlinie zur Benennung der im Stadtgebiet der Stadt Gotha dem öffentlichen Verkehr dienenden Straßen, Wege, Plätze, Brücken sowie der öffentlichen Einrichtungen“ beschlossen, die eine Fülle von Namen lokalgeschichtlich, aber häufig auch überregional bekannter Persönlichkeiten mit Gotha-Bezug enthält und zukünftig für Neubenennungen von Straßen etc. Verwendung finden soll.
Auf Antrag der Fraktion Piraten-Bündnis 90/Die Grünen wurde diese um weitere drei Namen ergänzt (die bereits durch Albrecht Loth für die damalige Fraktion SPD-Grüne 2011 in die Liste ursprünglich aufgenommen, nun aber wieder aus unbekannten Gründen entfernt wurden):

1. Johann Pachelbel (1653-1706), bedeutender Barockkomponist, der 1692 bis 1695 als Stadtkantor an der Augustiner- und Margarethenkirche in Gotha wirkte.
2. Carl Maria von Weber (1786-1826), der als Komponist der Oper „Der Freischütz“ berühmt wurde und mehrfach Gotha besuchte, so u. a. 1812 im Rahmen des 3. Deutschen Musikfests in der Margarethenkirche, und in Gotha auch zwei Konzerte komponierte.
3. Gerhard Bauer (1896-1958), 1923 bis 1938 Pfarrer an der Gothaer Margarethenkirche und ab 1933 einer der führenden Köpfe der Bekennenden Kirche in Thüringen. Bauer leitete bis zu seiner Amtsenthebung 1938, unterstützt von dem 1942 von den Nazis ermordeten Werner Sylten deren Geschäftsstelle, das „Büro Bauer“ in der Gartenstraße, das 1938 durch die Gestapo geschlossen wurde. Neben Werner Sylten ist er der wichtigste Vertreter des kirchlichen antifaschistischen Widerstands in Gotha.

Tyra Falta, grüne Stadträtin und Vorsitzende der Fraktion Piraten-Bündnis 90/Die Grünen erklärt dazu: „Ich begrüße es, dass der Stadtrat der Ergänzung der Liste um die genannten drei Persönlichkeiten zugestimmt hat. So wird mit der Aufnahme von Johann Pachelbel und Carl Maria von Weber nicht nur der außerordentlich bedeutenden Gothaer Musikgeschichte Rechnung getragen, sondern das Augenmerk auch auf zwei Musiker gelenkt, deren Wirken in Gotha bisher noch keine größere Würdigung erfahren hat. Letzteres gilt auch für Gerhard Bauer, zumal das Haus Gartenstraße 29, in dem sich das „Büro Bauer“ befand, leider 2003 abgerissen wurde.“

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