09.09.2014

Bergbau bei Tabarz müssen enge Grenzen gesetzt werden

Am vergangenen Freitag besuchte auf Einladung des Kreisverbands Bündnis 90/Die Grünen Gotha der auf Platz 4 der grünen Landesliste für den Landtag kandidierende Roberto Kobelt Tabarz, um sich vor Ort über die dortige Bergbauproblematik zu informieren. Begleitet wurde er von dem aus Tabarz stammenden Direktkandidat für den Wahlkreis Sömmerda III-Gotha I, Michael Göring, dem Tabarzer Kurdirektor David Ortmann sowie mehreren Gemeinderatsmitgliedern und engagierten Tabarzer Bürgern.

Als besonders belastend für die Bevölkerung und den Kurbetrieb wurde die hohe Verkehrs- und Schmutzbelastung durch den laufenden Bergbaubetrieb geschildert. Für das Mikroklima im Kurort Tabarz erweist sich dabei als besonders problematisch, dass durch den mittlerweile erfolgten Abbau der letzten als Barriere dienenden Gesteinsformation im Steinbruch die Staubemissionen nun ungehindert in den Ort ziehen können. Hinzu kommt die starke Verunreinigung des Mühlbachs durch das häufige Einspülen von Sedimenten aus dem Steinbruch, was für dessen Ökosystem hochproblematisch ist. Als Rote Linie, die nicht überschritten werden darf und geradezu existenzbedrohend für den Kurort Tabarz wäre, wurde übereinstimmend die in den nächsten Jahren drohende Ausweitung des Steinbruchs auf das Gebiet des Hübelskopfs – neben dem Inselsberg der prägende Berg in der näheren Tabarzer Umgebung – angesehen, zu dem bspw. auch das bekannte Naturdenkmal und Geotop „Windlöcher" gehört. Ein solches Szenario wäre nach einhelliger Meinung der Tabarzer gleichbedeutend mit dem Ende des Kurbetriebs in Tabarz und muss daher zwingend verhindert werden, würde eine bergbauliche Nutzung des Hübelskopfs doch ein unübersehbares Loch in das unverwechselbare Inselsbergmassiv reißen. Nicht hinnehmbar ist aber auch eine mögliche Ausweitung des Steinbruchbetriebs nach Süden in Richtung Brotterode über die L 1024 hinaus.

Für Roberto Kobelt steht am Ende des Besuchs fest: „Der Bergbaubetrieb bei Tabarz kann nur einen Kompromiss darstellen, bei dem die Interessen des Kurortes Tabarz klar im Vordergrund stehen müssen. Das Land Thüringen muss in der kommenden Legislaturperiode im Rahmen der Landes- bzw. Regionalplanung darauf hinwirken, dass die Erweiterung des Bergbauvorranggebiets auf das Gebiet des Hübelskopfs zurückgenommen wird. Rechtlich ist ein solcher Schritt machbar. Dafür wird sich die künftige grüne Landtagsfraktion einsetzen.“

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